Was ist heute passiert?

Ostern klingt noch nach. Bis Pfingsten. 50 Tage. Und die Texte, die uns die Kirche in dieser Zeit an die Hand gibt, wollen helfen, Jesu Sendung, sein Wirken, Tod und Auferstehen besser zu verstehen. Trotzdem haben wir heute wieder keinen leichten Text aus der Bibel vor uns liegen. Der Evangelist Johannes ist der Meister der Bildsprache und Theologie. Er gibt uns auch heute nicht ganz leichte Worte an die Hand. Insgesamt sechs Mal ist im heutigen Text die Rede von „Herrlichkeit“ oder „verherrlichen“. Ein Wort, dass wir selbst mit Bedeutung füllen müssen, um es zu verstehen. Der Impulstext (s.o.) von Vivian Lion versucht sich dem anzunähern.

Gleichzeitig befinden wir uns nun in der Vorbereitung auf Pfingsten, weshalb auch heute der Tisch schon ein bisschen demnach gestaltet werden soll.


Das Fest am Küchentisch

Möglicher Ablauf:
In der Mitte des Tisches liegt ein Kreuz mit einem Corpus (Jesus) auf einem schönen Tuch gebettet. Dazu die gesegnete Osterkerze, die in den Kirchen verteilt wurden – oder eine andere Kerze.

  • Lied
  • Evangelium
  • Stille oder Austausch zu der Frage: Wann denke ich „einfach herrlich!“? Was bringt meine Augen zum Glänzen?
  • Lied
  • Für die Mitte des Tisches werden Feuerzungen gebastelt. Diese lassen sich nach der eigenen Phantasie aus Tonpapier o.ä. gestalten. Wenn es möglich ist bleibt die Gestaltung auf dem Tisch oder im Raum auch nach dem Gottesdienst liegen. Jeden Tag von heute bis Pfingsten kann auf eine der Feuerzungen der Name einer der Sieben Geistesgaben geschrieben werden (vgl. Novene).
  • Lied
  • Gemeinsamer Abschluss: Das etwas andere Segensgebet
  • Ich wünsche dir Augen,
    mit denen du einem Menschen ins Herz schauen kannst und die nicht blind werden, aufmerksam zu sein für das, was dieser Mensch von dir braucht.

    Ich wünsche dir Ohren,
    mit denen du auch Zwischentöne wahrnehmen kannst und die nicht taub werden beim Horchen auf das, was Glück und die Not ist.

    Ich wünsche dir einen Mund,
    der das Unrecht beim Namen nennt und der nicht verlegen ist, um ein Wort des Trostes und der Liebe zur rechten Zeit.

    Ich wünsche dir Hände,
    mit denen du zärtlich liebkosen und Versöhnung bekräftigen kannst und die nicht festhalten, was du in Fülle hast und teilen kannst.

    Ich wünsche dir Füße,
    die dich auf den Weg bringen zu dem, was wichtig ist, und die nicht stehen bleiben vor Schritten, die entscheidend sind.

    Ich wünsche dir ein Rückgrat,
    mit dem du aufrecht und aufrichtig leben kannst und das sich nicht beugt vor Unterdrückung, Willkür und Macht.

    Ich wünsche dir ein Herz,
    in dem viele Menschen zu Hause sind.

    Und so segne uns der menschenfreundliche Gott + der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.
    nach Christa Spilling-Nöker

Liedvorschläge

Zum Vertiefen

Gedanken Kunst und Musik

Bibeltext Evangelium von der Herrlichkeit, Joh 17,1-11a - das hohepriesterliche Gebet Jesu –

Dies sprach Jesus. Und er erhob seine Augen zum Himmel und sagte: Vater, die Stunde ist gekommen. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht! Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt. Das aber ist das ewige Leben: dass sie dich, den einzigen wahren Gott, erkennen und den du gesandt hast, Jesus Christus. Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast. Jetzt verherrliche du mich, Vater, bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war! Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie gehörten dir und du hast sie mir gegeben und sie haben dein Wort bewahrt. Sie haben jetzt erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist. Denn die Worte, die du mir gabst, habe ich ihnen gegeben und sie haben sie angenommen. Sie haben wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie sind zu dem Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast. Für sie bitte ich; nicht für die Welt bitte ich, sondern für alle, die du mir gegeben hast; denn sie gehören dir. Alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein; in ihnen bin ich verherrlicht. Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt und ich komme zu dir. Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir!

Video zum Mitlesen


Herrlichkeit – Vivian Lion, Pastoralassistentin im Dekanat Remagen-Brohltal

Wir rühmen sie.
Wir beten sie an.
Groß soll sie sein und wunderbar,
diese Herrlichkeit Gottes.
Unvorstellbar, nicht greifbar.

Seit jeher versuchen wir Menschen, die Herrlichkeit Gottes einzufangen: in imposanten Bauten, in Gedichten und Liedern, in Silber und Gold.
Dabei ist es so viel leichter, sie zu entdecken.

Martin Luther übersetzt das Wort „Herrlichkeit“ (doxa) mit dem Wort „Glanz“.
Und vielleicht wird es dann eindrücklicher:
Gottes Glanz zeigt sich in so vielen Dingen und Momenten, ohne dass wir selbst etwas dafür täten.
Das Spiegeln der Sonne im Wasser, um es mal ganz wörtlich zu nehmen, oder der Glanz in unseren Augen, wenn wir etwas ganz Wunderbares sehen.

Der Glanz und die Herrlichkeit Gottes ist aber vor allem eins: Liebe. In Augenblicken, in denen wir erfüllt sind von Zärtlichkeit und Zuneigung, in Taten, bei denen es uns ein leichtes ist, selbstlos zu sein, im Trocknen von Tränen.
In Momenten, in denen wir tief einatmen und sagen: Herrlich!

#verbundenanderahr

Wir sind mehr als nur die »Ahr« – gemeinsam von der Stadt Bad Neuenahr - Ahrweiler, über die Grafschaft bis hin nach Altenahr und Adenau. Die Ahr als verbindendes Element!