Was ist heute passiert?

Ausgerechnet heute begleitet uns der „Zweifler“ Thomas durch den „Weißen Sonntag“, den Festtag, an dem die Kinder zum ersten Male die Heilige Kommunion empfangen.

Das hübsche Gewand der Kommunionmädchen hat tatsächlich etwas mit der Namensgebung zu tun: In urkirchlichen Tagen entschieden sich Erwachsene für die Taufe in der Osternacht. Dort „zogen sie Christus“ an – wurden seine Getreuen und zeigten das durch ein weißes Gewand, das sie die ganze Osterwoche in den Messfeiern trugen. Am darauf folgenden Sonntag, eben dem weißen Sonntag, wurden sie zum ersten Mal zum Tisch des Herrn geladen – durften also die Kommunion empfangen.

In dem gewandelten Brot, der Hostie, sieht die (kath.) Kirche Jesu ganze Gegenwart und nicht nur eine Erinnerung an „damals, lang ist ́s her.... Die Kirche sagt und glaubt: seine Zusage „das ist mein Leib“ gilt uns genauso wie den Jüngern im Abendmahlssaal. Über die Zeiten hinweg. Denn Gott ist nicht an Zeiten gebunden. Seine Zusage gilt immer und aller Orten. Egal ob wir glauben, um den Glauben ringen, zweifeln...
Viele sprechen daher die Worte des Thomas aus dem heutigen Evangelium, wenn sie die Hostie empfangen: sie schauen sie an und sagen: Mein Herr und mein Gott!


Das Fest am Küchentisch

In der Mitte des Tisches liegt ein Kreuz mit einem Corpus (Jesus) auf einem schönen Tuch gebettet. Dazu die gesegnete Osterkerze, die in den Kirchen verteilt wurden – oder eine andere Kerze – und ein Ausdruck des Bilds (Link s.u.) der Barlach-Skulptur von Jesus und Thomas.

Möglicher Ablauf:

  • Lied
  • Evangelium/ dazu hat jede/r ein Bild der Thomas-Jesus Skulptur in der Hand und kann es beim Lesen betrachten.
    Stille und/ oder Austausch darüber: Mit welchen Augen sehe ich Thomas? Welche Zeichen würden mir helfen, besser an Jesus zu glauben?
    Oder Lesen der Bildbetrachtung (s.u.)
  • Lied
  • Fürbitten: was trage ich vor Gott, was bewegt mich? Welche Menschen brauchen heute ganz besonders Gottes Beistand?
  • Vater unser, Segen
  • Lied


Bibeltext Joh 20, 19-29

Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden bei verschlossenen Türen beisammen waren, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten.
Thomas, der Didymus genannt wurde, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht das Mal der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in das Mal der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht.
Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder drinnen versammelt und Thomas war dabei. Da kam Jesus bei verschlossenen Türen, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch! Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger hierher aus und sieh meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete und sagte zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.


Zeitgenosse Thomas – Sr. Charis Doepgen OSB

Den Finger auf die Wunde legen –
das musste einer tun,
nie verstummten Zweifel hegen –
das durfte nicht unterbleiben.
Wo kämen wir sonst vor
in diesem Stück.
Wieder und wieder
führt der Weg zurück
zu ihm, der sein Herz
aufgetan hat wie ein Tor –
einladend für alle, die
nicht sehen und doch glauben.


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